Kriterien nach Gesundheitsförderung Schweiz
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist weit mehr als einzelne Massnahmen wie Yoga-Kurse oder ein Obstkorb. Es geht um ein systematisches Vorgehen, das Gesundheit fest in der Organisation verankert. Dazu biete Gesundheitsförderung Schweiz klare Qualitätskriterien, die Unternehmen Orientierung geben und eine nachhaltige Umsetzung ermöglichen.
Wieso braucht es BGM-Kriterien und wie werden diese gemessen?
Die BGM-Kriterien bilden den Qualitätsrahmen für wirksames Gesundheitsmanagement. Sie helfen Organisationen, Gesundheitsförderung nicht nur punktuell, sondern strategisch und systematisch umzusetzen. Dies ist zentral, denn die Gesundheitskosten steigen immer weiter – Stress allein verursacht jährlich 6,5 Milliarden CHF Produktivitätsverluste!
Die 14 Kriterien bilden zudem die Grundlage für das Label Friendly Work Space und werden in Kriterien zu Steuerung (1-6) und Umsetzung (7-14) unterteilt. Unternehmen werden entlang dieser Kriterien bewertet und erhalten einen Erfüllungsgrad, der zeigt, wie systematisch und qualitativ hochwertig ihr BGM umgesetzt ist. Das Label ist eine Auszeichnung für vorbildliches BGM und kann so auch dem Employer Branding dienen.
Jedes der Kriterien wird auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet. Die Erfüllungsgrade 1 bis 3 sind bei jedem Kriterium anders und beschreiben einzelne Aspekte des Kriteriums. Der Erfüllungsgrad 4 beschreibt die regelmässige Überprüfung des Kriteriums, während der Erfüllungsgrad 5 die stetige Optimierung des Kriteriums umfasst.
Um das Label Friendly Work Space zu erhalten, muss ein Unternehmen im Durchschnitt eine Beurteilung von 3,0 über alle 14 Kriterien erreichen.
Kriterien zur Steuerung
Kriterium 1: Werte
Das Unternehmen verankert Gesundheit als zentralen Wert in seiner Kultur und Haltung. Diese Werte geben Orientierung für Entscheidungen und Verhalten im Alltag.
Beispiel: Gesundheit ist Teil des Leitbilds und wird in Führungsgrundsätzen aktiv gelebt.
Kriterium 2: Beitrag zum Unternehmenserfolg
BGM wird als relevanter Faktor für den Unternehmenserfolg verstanden und mit strategischen Zielen verknüpft. Gesundheit ist kein Selbstzweck, sondern wirtschaftlich relevant.
Beispiel: Reduktion von Absenzen oder Fluktuation ist Teil der Unternehmensziele.
Kriterium 3: Analyse
Gesundheitsrelevante Daten werden systematisch erhoben und ausgewertet. Dadurch werden Belastungen und Ressourcen sichtbar gemacht.
Beispiel: Es werden Daten erhoben mit einer einer Mitarbeitendenbefragung oder einer Job-Stress-Analyse.
Kriterium 4: Handlungsfelder und Massnahmen
Auf Basis der Analyse werden klare Prioritäten und passende Massnahmen definiert. Diese sind zielgerichtet und aufeinander abgestimmt.
Beispiel: Nach hoher Belastung im Team werden gezielt Massnahmen zur Arbeitsentlastung eingeführt.
Kriterium 5: Organisation
BGM ist strukturell verankert, mit klaren Rollen, Verantwortlichkeiten und Ressourcen. Die Steuerung erfolgt systematisch.
Beispiel: Ein BGM-Steuerkreis koordiniert alle Aktivitäten.
Kriterium 6: Kommunikation
BGM wird transparent, regelmässig und zielgruppengerecht kommuniziert. Dies schafft Verständnis und Akzeptanz.
Beispiel: Es bestehen interne Kampagnen oder Intranet-Beiträge zu Gesundheitsthemen.
Kriterien zur Umsetzung
Kriterium 7: Arbeitsumgebung
Die physische Arbeitsumgebung ist gesundheitsförderlich und sicher gestaltet. Sie unterstützt das Wohlbefinden der Mitarbeitenden.
Beispiel: Es gibt ergonomische Arbeitsplätze und gute Lichtverhältnisse.
Kriterium 8: Arbeitsgestaltung
Die Arbeit ist so organisiert, dass sie bewältigbar, sinnvoll und möglichst stressarm ist. Belastungen werden reduziert, Ressourcen gestärkt.
Beispiel: Für die Mitarbeitenden werden realistische Zielvorgaben gesetzt und Aufgaben werden klar priorisiert.
Kriterium 9: Leadership und Zusammenarbeit
Führungskräfte fördern aktiv Gesundheit und eine gute Zusammenarbeit im Team. Sie nehmen ihre Vorbildfunktion wahr.
Beispiel: Es werden regelmässige Feedbackgespräche durchgeführt und ein wertschätzender Umgang gepflegt.
Kriterium 10: Partizipation
Mitarbeitende werden in Entscheidungen einbezogen und können ihre Anliegen einbringen. Dies stärkt Motivation und Identifikation.
Beispiel: Es werden Workshops zur Mitgestaltung von Arbeitsprozessen oder BGM-Massnahmen durchgeführt.
Kriterium 11: Job-Passung
Die Anforderungen der Stelle passen zu den Fähigkeiten und Ressourcen der Mitarbeitenden. Über- oder Unterforderung wird vermieden.
Beispiel: Es besteht die Möglichkeit zur Anpassung von Aufgaben bei veränderten Lebenssituationen.
Kriterium 12: Kompetenzentwicklung
Mitarbeitende werden gezielt gefördert und weiterentwickelt. Dies stärkt ihre Ressourcen und Beschäftigungsfähigkeit.
Beispiel: Es gibt Weiterbildungen zu Stressmanagement oder Fachkompetenzen.
Kriterium 13: Gesundheitsförderliches Verhalten
Das Unternehmen unterstützt gesundheitsbewusstes Verhalten der Mitarbeitenden. Angebote ergänzen strukturelle Massnahmen.
Beispiel: Bewegungsangebote, gesunde Verpflegung oder Workshops zu mentaler Gesundheit werden angeboten.
Kriterium 14: Früherkennung und Wiedereingliederung
Probleme werden früh erkannt und betroffene Mitarbeitende gezielt unterstützt. Ziel ist der Erhalt der Arbeitsfähigkeit.
Beispiel: Es gibt Frühinterventionsgespräche und strukturiertes Case Management bei längeren Absenzen.
Unsere Empfehlung
Ein systematisches BGM zahlt sich aus! So schaffen auch Sie es in Ihrem Unternehmen weg vom Aktionismus und hin zur Systematik.
- System schlägt Einzelmassnahmen.
Einzelne Aktionen bringen wenig. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Struktur, Kultur und Massnahmen. - Datenbasierte Steuerung ist zentral.
Nur wer misst, kann verbessern. Tools und Evaluation sind nicht die Kür, sondern Pflicht für ein wirksames BGM. - Ohne Standortbestimmung keine Zielsetzung.
Um zu wissen, welche Aspekte Optimierungspotenzial aufweisen, benötigt es eine systematische Standortbestimmung des BGMs.
Gerne unterstützen wir Sie und Ihren Betrieb bei einer BGM-Standortbestimmung nach Gesundheitsförderung Schweiz oder auf dem Weg zum Label Friendly Work Space. Egal, wo Sie beginnen und wo Sie hinmöchten, wir stehen Ihnen zu Seite – denn keiner ist zu klein, ein HealthChampion zu sein.
Als KMU profitieren Sie zudem von einer Anteilsfinanzierung von CHF 1500 für eine Standortbestimmung nach Gesundheitsförderung Schweiz.
Gerne unterstützen wir Sie und Ihren Betrieb bei der Entwicklung, Umsetzung und Begleitung eines BGM.
Quellen:
Gesundheitsförderung Schweiz / Arbeitsgruppe BGM-Kriterien (2025). Wegleitung zu den Qualitätskriterien für ein systematisches BGM. Gesundheitsförderung Schweiz, Version 1.0.
https://friendlyworkspace.ch/de/jetzt-als-kmu-von-chf-1500-fuer-eine-standortbestimmung-profitieren